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Das war die Siegener Sommerakademie 2016

Praxis in der Lehrerbildung auf dem Prüfstand: Siegener Sommerakademie fördert fächer- und länderübergreifende Vernetzung von Bildungsforscherinnen und Bildungsforschern in der Qualifikationsphase

Vom 26. bis 28. September 2016 fand an der Universität Siegen zum ersten Mal die Siegener Sommerakademie für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zum Thema „Praxisphasen in der Lehrerbildung im Fokus der Bildungsforschung“ statt. Die Geschäftsstelle Bildungsforschung des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) hatte unter der Leitung von Ina Biederbeck und Martin Rothland zu der internationalen Tagung eingeladen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wurde.

Praxisbezug, Praxisphasen, das Verhältnis von Theorie und Praxis – diese Aspekte bzw. Schlagworte gehören seit jeher ebenso untrennbar zur Lehrerbildung wie der Ruf nach mehr Praxis! Angesichts des Trends zum Ausbau von Praxisphasen in der akademischen Lehrerbildung und eines zugleich mangelnden Wissens über deren Qualität, Nutzung und Wirkung ist die Forschung zu diesem Bereich eine der zentralen Herausforderungen der (Lehrer-)Bildungsforschung. Dieser Herausforderung stellen sich – ebenso wie das ZLB als forschendes Lehrerbildungszentrum selbst – viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell in ihren Qualifikationsarbeiten, denen mit der Siegener Sommerakademie ein Forum geboten wurde.

Neben dem rein inhaltlichen Austausch zielte die Tagung vor allem auf die interdisziplinäre Diskussion, Zusammenführung und Auswertung gemeinsamer Forschungsanliegen und -gegenstände sowie auf die intensive Unterstützung und Förderung der teilnehmenden Doktoranden und Habilitanden.

Insgesamt 34 Forscherinnen und Forscher von mehr als 26 Standorten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentierten und diskutierten dazu an den drei Tagen in kleinen Gruppen ihre Forschungsarbeiten. Intensiv unterstützt und beraten wurden sie dabei von ausgewiesenen und erfahrenen Expertinnen und Experten der Bildungsforschung, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern jeweils einen Tag lang als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung standen. Aus dem Feld der Lehrerbildungsforschung konnten dazu Prof. Dr. Alexander Gröschner (Friedrich-Schiller Universität Jena), Prof. Dr. Uwe Hericks (Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Manuela Keller-Schneider (Pädagogische Hochschule Zürich) sowie Prof. Dr. Ulrike Weyland (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) gewonnen werden.

Inhaltlich deckten die Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein breites Spektrum ab – thematisiert wurden bspw. Aspekte des Kompetenzerwerbs bzw. der Kompetenzentwicklung in Praxisphasen, deren Unterstützung und Begleitung durch verschiedene Akteure der Lehrerbildung, Kognitionen und Emotionen angehender Lehrkräfte, Feedback und Reflexion oder auch Forschendes Lernen.

Forschungsmethodische Workshops wurden zu den Themen „Dokumentarische Methode“ (geleitet von Kevin Stützel, Freie Universität Berlin, sowie Maike Wäckerle, Humboldt Universität zu Berlin), „Grounded Theory“ (geleitet von Dr. Kathrin Berdelmann, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Berlin), „Mixed Methods“ (geleitet von Prof. Dr. Udo Kuckartz, Philipps-Universität Marburg), „Quantitative Längsschnittstudien“ (geleitet von Prof. Dr. Angela Ittel, Technische Universität Berlin) sowie „Strukturgleichungsmodelle“ (geleitet von Prof. Dr. Johannes Hartig, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt) angeboten.

Abgerundet wurde das Programm durch eine Keynote von Prof. Dr. Ulrike Weyland zum Thema „Praxisphasen in der Lehrerbildung – Hintergründe, Entwicklungen und Herausforderungen“ sowie durch ein Diskussionsforum, im Rahmen dessen verschiedene Akteure der Lehrerbildung ihre Perspektiven auf die Erforschung von Praxisphasen mit den teilnehmenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern diskutieren konnten. Als Diskutanten beteiligten sich an diesem Format Dr. Fridtjof Filmer (Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW), PD Dr. Peter Hibst (Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen), Dr. Mario Vallana (Schulleiter der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Siegen) sowie Carina Heimes und Melanie Suta (Lehramtsstudierende der Universität Siegen).

Bilanzierend wurde eine Vielzahl von unterschiedlichen Forschungsfragen und methodischen Zugängen, zugleich aber auch ähnliche Herausforderungen ebenso wie übereinstimmende Erkenntnisinteressen im Verlauf der Siegener Sommerakademie sichtbar. Bereits in der Begrüßung der Akademieteilnehmerinnen und -teilnehmer hatte Rothland vermutet, dass der eine oder andere unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ähnlichen Fragestellung in seinem bzw. ihrem Forschungsprojekt verfolgt oder aber vor den gleichen Problemen steht, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedoch bislang noch nichts voneinander wussten. Im Rahmen der Siegener Sommerakademie konnten sie sich nun (endlich) kennen lernen und für ihre weitere Forschungsarbeit erfolgreich vernetzen.

Projektbeschreibung des BMBF:
Siegener Sommerakademie für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler: Praxisphasen in der Lehrerbildung im Fokus der Bildungsforschung


Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung